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Missbilligend blickt der Ayatollah auf meine Füße

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Missbilligend blickt der Ayatollah auf meine Füße

Ayatollah Khomeini, der Gründer der Islamischen Republik, wacht aufmerksam über jeden meiner Schritte, und ich habe das Gefühl, dass ihm meine Flip-Flops nicht gefallen. Tja.

Ob ihm die hübschen neuen Näschen der Teheraner Mädchen gefallen, bezweifle ich aller­dings auch. Überall sieht man weiße Pflaster im Gesicht, eine Nasenoperation ist das Statussymbol schlechthin. Das geht wohl sogar soweit, dass manche Mädchen sich Pflaster über die Nase kleben, und so tun als könnten sie sich eine Operation leisten.
Dass ihnen die Nase so wichtig ist, liegt sicher­lich daran, dass die restrik­tiven Kleidungsvorschriften für Frauen das Gesicht sehr betonen. Aber auch hier gibt es große Unterschiede in der Umsetzung: Eine große Zahl vor allem der älteren Frauen trägt den tradi­tio­nellen weitflat­ternden Tschador in schwarz, aber immer mit freiem Gesicht. Doch gerade in den großen Städten wagen sich die gutge­stellten Mädchen weit hervor: das Kopftuch rutscht immer weiter nach hinten und enthüllt viel unzüchtig gefärbtes Haupthaar, und die Designerkleidung mit dem farblich passenden Make-up zeigt jede Menge Kreativität in der Auslegung der Vorschriften…

Was mich sonst noch so beschäf­tigte in Teheran:

Die ehema­lige ameri­ka­ni­sche Botschaft war das CIA-Headquarter für den Putsch 1953 und die folgende Unterstützung und Beeinflussung des Shahs – während der Revolution 1979 wurde es von Studenten gestürmt und mehr als fünfzig Diplomaten über ein Jahr festge­halten. Die Wände der Außenmauer sind mit hübschen Malereien versehen; ich konnte mich nicht zurück­halten und wagte ein paar Fotos – eure Bildung liegt mir halt am Herzen.

Außerdem stieg ich nach zahlrei­chen Sicherheitskontrollen in den riesigen Tresor der irani­schen Zentralbank und ließ mich blenden vom Juwelenschatz der persi­schen Herrscher. So viele Brillis werde ich hoffent­lich nie wieder sehen, das Geglitzer der unzäh­ligen Diamanten, Rubine und anderer bunter Steine hat sich in meine Netzhaut gebrannt.

Und abschlie­ßend sei angemerkt: Fünfzehn Millionen Iraner auf einem Fleck sind eindeutig zu viel. Trotz der Metro, die immer weiter ausge­baut wird, ist der Verkehr furcht­erre­gend. Doch dazu demnächst mehr…


  1. Avatar von George
    George

    Mögest du mit all den schönen und wunder­baren Dinge die das Leben zu bieten hat, im Jahr 2014 gesegnet werden. Wünschen Sie Ihnen ein glück­li­ches neues Jahr.

  2. Avatar von Diego

    What an amazing and sweety place.

    Greetings from the ancient Baku.

    1. Avatar von klys

      diego, enjoy baku!

  3. Avatar von Philipp
    Philipp

    So lang dem Ayatollah nur Deine Füsse nicht gefallen, find ich das in Ordnung, und mache mir keine Sorgen. Schönes WE im Iran! Hier in D ist Altweibersommer – sogar in Hamburg! Höhö

    1. Avatar von klys

      geniess die ollen weiber

  4. Avatar von gad
    gad

    Year 1948 is writing in Iran, every­body is watching YOU!
    BB for ever!!!

    1. Avatar von klys

      Thoughtcrime does not entail death: thought­crime is death.

  5. Avatar von Marc Wiegelmann

    Also ich lern hier viel 🙂 mal im ernst! Wieder mal inter­es­santer Beitrag! Safe Trip weiterhin Johannes!

    1. Avatar von klys
  6. Avatar von Alex der Schwede
    Alex der Schwede

    Ja diese Manner wurden vielleicht deine Flip Flops nicht mogen und es gibt Dinge hier die ich auch nicht mag und du weisst varum…Habe gesehen viele Madchen mit Bandage auf die Nasen als ich dort war aber habe nicht verstanden varum…ha ha…Die Juwelsamlung in Teheran ist die Wertvolleste der Welt, etwas was sehr wenig Leute weisst 🙂 I ll be watching you…

    1. Avatar von Konfuzius
      Konfuzius

      »Dem einfa­chen Menschen kann man seinen Willen nicht rauben.«

    2. Avatar von klys

      es sind sogar nicht nur die mädels, sondern auch jede menge jungs mit pflaster auf dem zinken…

  7. Avatar von HJK
    HJK

    Einen lieben Gruss – ich bin froh, dass Du dort jetzt gelandet bist und so inter­es­sante Konfrontationen als neugie­riger Tourist erlebst – bis hin auf eine Nasenlänge zu den Schönheiten des Orients. Viel Freude und Genießen weiterhin – es kommen sicher­lich noch magere Zeiten.
    Lass Dich umarmen – V.

    1. Avatar von PCP
      PCP

      Die Schönheiten des Orients, alos. Du alter Schwede!

    2. Avatar von klys

      @V. ich hoffe nicht zu mager!

    3. Avatar von klys

      @PCP immer noch deutsch, glaub ich!

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