Wir konzentrieren uns auf unseren Atem. Langsam und tief atmen wir ein und wieder aus. Und mit jedem Atemzug entspannen wir uns – tiefer und tiefer.
Vor unserem inneren Auge entsteht nun das Bild eines Zimmers, das dicht mit Betten vollgestellt ist.
Über uns dreht sich ein ratternder Deckenventilator in seinem immer gleichen, ruhigen Kreislauf. Ein schmaler Weg führt aus dem Zimmer hinaus und wir entschließen uns, diesem Weg zu folgen. Und so schreiten wir den Weg entlang, vorbei an den klapprigen Betten, die bedeckt sind mit dünnen, dreckigen Laken. Und schon nach wenigen Metern erkennen wir den Eingang zu einer schmierigen Klo-Dusch-Kombination. Wir gehen darauf zu, springen über eine stinkende Pfütze, sehen hinein und drehen uns angewidert weg.
Hell strahlt das gelbe Licht der Sonne uns an als wir aus dem Gebäude treten. Blinzelnd stolpern wir über verrottenden Müll und treten mit unseren Flip-Flops in schmierigen Matsch. Wir legen unsere Ängste und schlechten Erfahrungen in diesen warmen, weichen Matsch, der sie aufnimmt und liebkost.
Wir fühlen uns nun völlig entspannt, ruhig und gelassen. Alles ist in Harmonie – in uns und um uns. Wir sind in Atbara, im Sudan, geborgen und geliebt.
Dann, wenn wir es wünschen, öffnen wir die Augen.
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